unterwegs

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Wahrscheinlichkeitsräume

Wir sind zu zehnt an meinem letzten Abend.
Unterhaltungen. Abtasten, sehr freundlich. Interessiert. Nachfragend. Offen. Mehr Retsina.
Der Architekt zieht sich an wie ein neunjähriger Junge. Sympathisch. Konfus. An wen erinnert er mich ? Eine Mischung aus Peter Lustig und Mr. Rogers in jung. Er ist so sanft. Neben ihm seine Freundin. Sie schwingt im gleichen Takt. Sie haben ein Baby.
Er erzählt vom Kennenlernen.

Zwei Menschen zur selben Zeit am selben Ort. Schicksal. Ein Dutzend sich Fremder in einem Raum. Er sagt er sah sie und kann nicht wegschauen. Er fühlt eine Anziehung. Er fragt sich was mit ihm los sei. Wie kann das sein? Er ist frisch verheiratet.
Sie haben an jenem Tag nicht miteinander gesprochen. Sie erinnert sich überhaupt nicht an diesen Tag.
Wie sich aus einem Zufall heraus ein dünner Faden spinnt. Der dann zu einem dicken Seil wird. Zum Mittelpunkt und Sinn von allem.
Der Architekt vertraut sich ihrem Bruder an (das FadenBindeGlied) und der sagt: „Ach neee, die! Das vergeht besonders schnell.“
Und es sollte noch acht weitere Jahre dauern bis es dann doch nicht besonders schnell vergeht, sondern er die Ehe verlässt und zu ihr geht. Acht Jahre. Was alles passiert in acht Jahren. Ihr erstes Baby. Seine Versuche etwas zu halten was nicht zu halten ist.
Und dieser Zufall. Wir wissen nichts vorherzusagen. Ein dringendes Bedürfnis auf dem Amt auf Toilette zu gehen und jemand der so freundlich ist das Baby zu beaufsichtigen. Ein Blick auf ein aufblinkendes ICQ Fenster -mit Namen- beim komischen Nachbarn von unten drunter. Sich am ersten Unitag in einer Englischseminargruppe finden. Im Schulbus nebeneinander sitzen.
Das Schicksal ist kein Laplace Experiment. Es gibt ungewisse Resultate. Auch unter Kenntnis der Naturgesetze und der Initialzustände werde ich niemals nie Vergangenes und Zukünftiges berechnen können. Jede Handlung, jeder Impuls ein neuer Zug aus der Urne mit den Lebensbällen. Millionenfache Verzweigungen die zu neuen Startpunkten werden. Sackgassen. SchnellTrassen. Landungen.

Papa holt mich vom Flughafen ab. Habe ihn und Mama seit 9 Monaten nicht gesehen. Er sieht schmal aus. Stippvisite zu Hause. Allen geht es gut. Tausche den Koffer gegen die Kraxe, rieche an den Kleidern und bestimme den Schweißgrad. erstaunlich verträglich.
Auf in die Berge. Acht Stunden Zug.
Lotte will mir ihre Heimat zeigen.

siebter Sinn

Das ist der Ich-finde-den-besten-Strand-Sinn. Oder ist es eher ein Trieb? Heute morgen lässt die Ökonomin auf sich warten. Als sie dann aufgestanden ist schlage ich vor ein Kloster zu besichtigen. Außerdem habe ich von einem kleinen geheimen Strand gelesen. Schnorchelparadies. Liegen unter Palmenwedeln. Sogar eine kleine Taverne. Letzteres überzeugt sie. Ich bin eine gute Gesellschafterin. Schnappe meine Autoschlüssel und verkünde: ich fahre heute. Gestern fuhr sie und mehrfach blieb mir das Herz stehen. Ohne abzubremsen durch die engen Serpentinen. Später erfuhr ich, dass das heimische Cabrio öfter kosmetisch aufbereitet werden muss.
Das Kloster ist still und erhaben. Ein guter Ort sagt sie.
Gestern wollte sie wandern. Als wir die Schlucht erreichen stellte sich heraus dass 7 km-Flussbett-hochklettern keine gute Idee für eine 66Jährige ist. Nach einer Stunde überredet ich sie umzudrehen und zum schönen Sandstrand zu fahren. Der war aber steril und zu sehr Raffaelo Werbung. Plus sphärische beach trance music aus den hippen StrandBars.

Heute ist der Weg zum Strand abenteuerlich. Von weit oben sehen wir wie die Schlucht eine Stück Strand freigibt. Das Meer ist türkis und glitzert uns zu. Wenige Menschen. unten angekommen ist es noch schöner. Grillen zirpen laut. Wir okkupieren zwei der wenigen Liegen. Sie raucht und holt Kaffee. Wie kann es hier am
Ende der Welt eine Taverne geben?
Ich muss immer sofort ins Wasser. Es ist so klar und ich schwimme ausgiebig, erkunde auch die Buchten links und rechts von uns. Schwimme dann weit hinaus aufs offene Meer. Ein Stecknadelkopf im großen Blau. Lege mich aufs Wasser. breite die Arme aus und lasse mich treiben. Denke an die vielen Welten in der Tiefe unter mir. Ein Grab ohne Laut. Aber im dumpfen schweben höre ich laut mein Atmen und das Herz schlagen. Höre wie tausend kleine Kiesel im Wasser aneinander schlagen. Sanfte Wellen gleiten durch mich, über mich. Alles ist im Fluss. Ich lebe.
Alles ist gut.

Auf dem Heimweg über kurvige Straßen am Felsabgrund verschlägt mir die Kulisse die Sprache.
Die Ökonomin aber meint: Ja mei, so kenn mer unser Griechenland.

Inspriration

herzileingx7

Akutes

genug
Freitag Abend. Parkplatz suchen und finden in der Nähe...
eika - 2021/09/12 23:19
Ode ans Nachhausekommen
In welch lachhafter Zeit wir leben in der wir Körper...
eika - 2021/09/12 22:24

eika - 2021/09/04 12:41
Ocho
Mag das Wort so gerne aussprechen. Ocho ocho ocho. Wir...
eika - 2021/08/23 00:26
all in
die frage ist doch was verkläre ich wenn ich erinner....
eika - 2021/08/15 23:01

♥ ♥ ♥

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